Bengalkatze gefunden – was tun?

Als Bengalen-Liebhaber eine Bengalkatze zu finden, ist fast so selten wie ein Lottogewinn. Mit steigender Beliebtheit dieser Katzenrasse aber werden Fundbengalen immer häufiger. Doch einfach behalten ist verboten.

Bengalkatze gefunden

Das Gesetz unterscheidet zwischen Fundkatzen und herrenlosen Katzen. Fundkatzen sind Katzen, die vorübergehend verloren gegangen sind. Herrenlose Katzen sind freilebende Katzen ohne Besitzer und Katzen, die offensichtlich ausgesetzt wurde. Wer eine Bengalkatze findet, muss erst einmal davon ausgehen, dass es eine Fundkatze ist, die jemandem gehört. Etwas anderes ist es, wenn sie z.B. einen Zettel bei sich trägt, der Aufschluss darüber gibt, dass der Besitzer seine Besitzansprüche abgeben möchte (Ich heiße x und suche ein neues Zuhause, weil meine Besitzer mich nicht behalten können o.ä.). Auch ein verwahrlostes Aussehen lässt nicht darauf schließen, dass die Bengalkatze kein Zuhause hat. Möglicherweise hat sie sich zu weit von ihrem Heim entfernt und schlägt sich nun schon länger draußen herum.

Wenn eine Katze aufgefunden wird, liegt es in der Pflicht des Finders, ihren Fund anzuzeigen. Hier wird mit Tieren genauso verfahren wie mit Fundsachen. Wer eine Bengalkatze findet, meldet diese bei der zuständigen Ordnungsbehörde und beim örtlichen Tierheim. Ein Blick in die Ohren zeigt, ob die Katze evtl. eine Tätowierung trägt. Tierheime und Tierärzte haben Chiplesegeräte, mit denen nachgeschaut werden kann, ob die Katze mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist. Ist die Katze gechippt und registriert, lässt sich mit Hilfe von Tasso der Halter ganz einfach herausfinden.

Ist dies erledigt, hat man als Finder seine Pflicht getan. Wichtig ist aber auch, die Katze bei Haustierregistern wie Tasso und dem Deutschen Haustierregister als gefunden zu melden, auch dann, wenn sie nicht gekennzeichnet ist. Außerdem ist es sinnvoll, nach Vermisstenanzeigen zu schauen – in der Tageszeitung, auf Online-Kleinanzeigenmärkten wie z.B. Ebay-Kleinanzeigen und in örtlichen Facebookgruppen.  Natürlich kann man auch als Finder selbst Anzeigen schalten, in der Nachbarschaft fragen und Plakate aufhängen.

Haustierregister

Nach § 973 Abs. 1 BGB darf der Eigentümer der Katze bis zu 6 Monate nach Fundtieranzeige eine Herausgabe verlangen. Tut er es, haben Finder § 970 BGB das Recht, eine Auslagenerstattung zu verlangen, wenn die Katze z.B. in der Zwischenzeit tierärztlich versorgt wurde. Auch ein Kostenausgleich von Futter und Katzenstreu darf verlangt werden.

Ist der Besitzer nicht auffindbar, geht die Katze nach Ablauf der 6 Monate in das Eigentum des Finders über. Für viele Katzenfinder eine kleine Geburtstagsfeier wert, denn nun kann ihnen keiner mehr die Katze wegnehmen. Doch Vorsicht, das gilt nur, wenn die Katze ordnungsgemäß bei den Behörden angezeigt wurde. Wer das nicht tut, macht sich sogar nach § 242 des Strafgesetzbuches (StGB) wegen Fundtierunterschlagung strafbar.

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